Montag, 2. September 2013

Passierschein A38, bitte!

Nachdem das immigration office das certificate of admission ja, wie bereits berichtet, nicht akzeptiert hatte, wollten wir uns heute, am ersten Tag des neuen Semesters, das benötigte certificate of enrollment besorgen. Und es begann sogar verhältnismäßig unkompliziert.
Einfach ein Formular ausfüllen, das es natürlich nur in koreanisch gibt, den Reisepass vorlegen und die stolze Bearbeitungsgebühr von 600 Won (etwa 41 Cent) bezahlen und schon hat man sein certificate of attendance (Teilnahmebescheinigung). Was uns dieses Dokument nun so wirklich bringt, wissen wir auch nicht. Denn eigentlich brauchen wir das certificate of enrollemnt (Einschreibebestätigung), um die alien registration card zu beantragen, die wir brauchen um unseren Studentenausweis (Student ID Card) zu bekommen. Das ominöse certificate of enrollment ist hier aber scheinbar erstmal unbekannt. Selbst unter seinen koreanischen Namen scheint keiner was damit anfangen zu können.
Nach etwas Telefoniererei hat unser koreanischer Helfer dann doch herausgefunden, wo wir das Dokument bekommen. Allerdings erst morgen, weil heute Semesterbeginn sei und die dort sooooo viel zu tun hätten. Hmm...Klar, vermutlich damit abertausende "Certificates of _Aktenzeichen XY...ungelöst_" auszustellen.
Also geht der Spaß morgen weiter. Und wohl noch die nächsten Tage. Denn mit dem certificate of enrollment gehts dann wieder ans andere Ende der Stadt ins immigration office, um meine alien registration card zu beantragen. Dort kriege ich dann mit etwas Glück schon meine Einwohnermeldenummer gesagt, mit der ich dann an der Uni meinen Studentenausweis beantragen kann. 
Dann kann ich mir endlich selbst Essensmarken und andere Dinge kaufen. Hier auf dem Campus kriegt man nämlich bei Vorlage des Studentenausweises Rabatt auf fast alles. Zum Essen braucht man zum Beispiel kleine Plastikkarten, die je nach Wert eine andere Farbe haben. Diese muss man vorher an einer Kasse kaufen. Ohne Studentenausweis kosten diese Karten deutlich mehr. Aber auch in den Kaffeeläden kriegt man den Kaffee als Student deutlich billiger. Des Weiteren fungiert die Karte als Bibliothekskarte, Zugangskarte für die Computerräume und noch vieles mehr. Mit koreanischem Bankkonto kann man eine bessere Version bekommen, mit der man dann auch bezahlen kann. Selbst die Bus und Bahnfahrten kann man damit kontaktlos bezahlen. Ja, liebe Uni Mainz, so sieht Fortschritt aus. (Insiderwissen: Es wird seit gefühlten hundert Jahren versucht die vielen verschiedenen Karten und Ausweise der Uni Mainz in einer Studentenkarte zu vereinen. Bisher erfolglos.)
Immerhin konnten wir uns heute schon in drei Kurse eintragen. 'Special Research in Chemistry 2', 'Research in Advanced Chemistry 4' und 'Reading and Research'. Mal sehen ob alles Weitere auch so problemlos über die Bühne geht.

Sonntag, 1. September 2013

+++EILMELDUNG+++: Raumschiff in Seoul gelandet

Durch den häufigen Wechsel zwischen schwüler Hitze und überklimatisierten Räumen habe ich mir eine kleine Erkältung eingefangen. Daher lasse ich es gerade etwas ruhiger angehen und habe heute erstmal bis zwei Uhr ausgeschlafen. Aber so ganz vernünftig wollen wir ja auch nicht sein, oder? Also zieht's mich doch wieder raus in die große Welt zu einem kleinen Ausflug. Drei der anderen deutschen Studenten, die hier im Haus wohnen, wollten heute mal etwas über den Dongdaemun Markt schlendern. Das passte heute gut zu meiner Stimmung, also habe ich schnell meine Kamera geschnappt und mich drangehängt.
Dongdaemun ist das große Osttor. Rund um das alte Tor ist ein riesiger Marktbereich. Hier gibt es vorwiegend Klamotten und Essen, aber auch alles andere zu kaufen. In Korea haben die meisten Einkaufscenter in den oberen Stockwerken Restaurants und oft auch eine Dachterasse. Dort hat man meist einen ganz guten Ausblick. Von der Dachterasse des Doota-Einkaufscenters konnte man ein neu gelandetes Raumschiff entdecken. Das letzte Mal als ich hier war, stand dort noch ein Baseball-Stadion. Nun entsteht hier gerade ein Geschichts- und Kultur-Park.
Auf dem Markt selbst hatten leider die meisten Stände zu. Feste Öffnungszeiten gibt es hier nicht. Der Markt ist aber vor allem für seine Nachtverkäufe bekannt. Je näher man dem Bereich mit den Essensständen kam desto voller wurde es. Aber auch hier hielt sich der Betrieb heute in Grenzen. Nachdem wir noch etwas über den Markt gelaufen sind, haben wir den Heimweg angetreten, da wir uns mit den daheimgebliebenen deutschen Studenten in unserem Viertel zum Essen verabredet hatten.
Ein paar Bildchen gibt es wie immer unten in der Galerie. Morgen werde ich wohl einen ruhigen Tag machen, damit ich mich Montag mit voller Kraft in den Kampf um die Einschreibung stürzen kann. Da wird es sicher wieder was zu berichten geben.
2013-08-31 Dongdaemun

Montag, 26. August 2013

Ein Leben im puren Luxus

Heute war ich mal etwas größer einkaufen und habe mir unter anderem etwas Leckeres zu essen geholt. Zum Abendessen gab es gerade Kimchi-Mandus (Teigtaschen) mit Reis und Gim (Algenblätter). Als Frühstücksalternative zu Brot stehen nun bärenstarke Schokoflakes bereit und falls ich mal was zum Knabbern haben will, kann ich nun auf Kastanien zurückgreifen. Wassermelonen waren mir hier bisher immer viel zu teuer. Daher habe ich mich gefreut, dass hier ein Preis von nur knapp drei Euro drauf stand und habe mir mal eine kleine (zum Glück) mitgenommen. Da ich noch ein paar Haushaltsdinge und weitere Nahrungsmittel gekauft habe und mich auch erst wieder etwas an die Währung gewöhnen muss, kann ich auf die Schnelle noch nicht einschätzen, ob etwas teuer ist oder nicht. Besonders nicht wenn ich viele unterschiedliche Dinge einkaufe. Aber der Endbetrag erschien mir doch recht hoch. Naja, ich habe die Rechnung Zuhause dann nochmal angeguckt und die Preisangabe bei der Wassermelone waren dann wohl doch Kilopreise. Ehem. Ich sag mal lieber nicht, was der Spaß am Ende gekostet hat. Aber immerhin ist sie lecker.


Sonntag, 25. August 2013

Wie ein Phönix aus der Asche

Trotz der Hitze habe ich heute mittag mit leichtem Gepäck einmal einen ersten Abstecher in die Stadt gemacht. Nur mit einer Festbrennweite und einem Koreaner bewaffnet ging es los. Sang-Won ist in meiner Gruppe und wollte mich zum Namdaemun (남대문), dem großen Südtor, begleiten, da er es nach der Restaurierung selbst noch nicht gesehen hatte. Offiziell heißt es Sungnyemun und gilt als Koreas Nationalschatz Nummer 1. Im Jahre 2008 wurde es in Brand gesetzt und nahezu komplett zerstört. Während meiner letzten Besuche war es wegen der Restaurierungsarbeiten komplett verhüllt. Im Mai diesen Jahres wurde es endlich wieder eröffnet. In der Mauer sieht man gut, dass sowohl alte als auch neue Steine für den Wiederaufbau benutzt wurden.
Danach sind wir noch etwas durch die Stadt geschlendert. Unser Weg führte uns zuerst zum neuen Rathaus, das bei meinem letzten Besuch auch noch nicht fertiggestellt war. Auf dem Vorplatz des Rathauses konnte man sich eine kleine Abkühlung gegen die Hitze gönnen. Vor allem die Kleinen hatten hier ihren Spaß.
Ein weiterer Ort um die platt gelaufenen Füße etwas zu entspannen, ist der künstlich angelegt Fluss Cheonggyecheon (청계천) im Stadtzentrum, wo wir uns auch eine kleine Pause gegönnt haben.
Das internationale Blasmusik-Festival haben wir uns dann doch geschenkt und sind lieber in den Seonyudo Park (선유도) gefahren. Dieser liegt auf einer Insel in Mitten des großen Han-Flusses (Hangang), der durch Seoul fließt.
Auf dem Heimweg habe ich dann noch ein paar Bilder meines Wohnviertels gemacht, damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, wie es hier aussieht, wo ich einkaufe und was hier an einem ruhigen Sonntag auf den Strassen so los ist. Mit diesem Vorgeschmack auf noch viel mehr folgende Bilder lass ich dieses Wochenende nun zu Ende gehen und gönne mir noch etwas Ruhe, bevor es morgen wieder an die Arbeit geht.
2013-08-25 Namdaemun

Zum Betrachten der Gallerie
bitte das Bild anklicken

Samstag, 24. August 2013

Soft kitty, warm kitty, little ball of fur (*^-----^*)

Heute hab ich das erste Mal in diesem Aufenthalt gewaschen. Dabei habe ich gleich einmal ein Foto von der Waschmaschine gemacht und alles übersetzt, damit ihr mal seht wie die hier funktioniert.


Nachmittags haben wir dann einen neuen Mitbewohner bekommen. Diesmal ist es ein echtes Haustier. Da Yeonju für eine Woche nach Deutschland auf eine Konferenz fährt und niemanden gefunden hat, der in der Zeit auf ihre Katze aufpasst, ist diese nun unten bei Anna einquartiert worden. Der kleine Racker ist gerade mal vier Monate alt und noch total verspielt. Aber seht doch einfach selbst.


Abends habe ich mich dann mit Rim getroffen. Die habe ich während meines ersten Koreaaufenthalts auf einem Ausflug zu einem Grüntee-Festival kennengelernt. Zusammen mit ihrer Freundin Minhee haben wir uns in Gangnam den Film 설국열차 (seolgugyeolcha / heißt etwa: Schneezug) angeschaut. Der Film ist eine koreanische Produktion, die aber komplett in englisch gedreht wurde. Die Welt ist tiefgefroren und unbewohnbar geworden. Die letzten Menschen leben in einem speziellem Zug, streng unterteilt in erste und zweite Klasse. Während es sich die erste Klasse im vorderen Zugteil gut gehen lässt, leben die Menschen der zweiten Klasse im hinteren Zugteil als rechtlose Sklaven im puren Elend. Wie zu erwarten gibt es eine Meuterei und die Unterdrückten versuchen sich durch den Zug bis ganz nach ganz vorne zu schlagen. Noch ein paar unvorhersehbare Wendungen und schon man hat einen ganz interessanten Film. Hier ein Trailer zu dem Film.


Freitag, 23. August 2013

Meine drei (vergänglichen) Haustiere

Beim Einkaufen stößt man hier ja auf allerlei lustige Dinge. So habe ich mir, im Andenken an den Parisurlaub, bei Paris Baguette bereits vorgestern einen Bärenkuchen gegen den Bärenhunger geholt.


Zusammen mit Spül- und Waschmittel hab ich mir dann heute noch zwei neue Haustiere angeschafft. Mal sehen, was ich die nächsten Tage noch so alles finde.


Donnerstag, 22. August 2013

Ober! Da ist eine Eule in meinem Bier.

Heute wollte ich mich mal um meine Einschreibung kümmern und meine alien registration card beantragen. Das ist ein Ausweis, den man als Ausländer braucht, wenn man länger in Korea bleiben oder hier arbeiten will.
Passenderweise musste Anna (eine andere deutsche Studentin aus unserem Programm, die schon vor ein paar Wochen nach Korea gekommen ist und ihre alien registration card bereits beantragt hatte) heute ihre alien registration card abholen und konnte mir so zeigen, wo genau ich hin muss. Im Hausflur hat mich dann erstmal unsere liebe Frau Merkel auf dem Titelblatt der Zeitung begrüßt. Dann kann der Tag ja eigentlich nur noch besser werden. Oder?

Also ins immigration office (Ausländerbehörde) tigern, das Formular ausffüllen, am Automaten brav die Gebühr bezahlen, alles abgeben und fertig. So war der Plan. Aber was geht hier schon nach Plan?
Beim Ausfüllen hat mich bereits einer der koreanischen Mitarbeiter angesprochen, da er meinen deutschen Ausweis bemerkt hat. Er hatte in der Schule deutsch gelernt und mehrere Jahre in Düsseldorf gewohnt. Er war so froh deutsch reden zu können, dass er nur noch uns und keinem anderen mehr helfen wollte.
Zum Beantragen der alien registration card benötigt man eigentlich das certificate of enrollment (Bescheinigung der Einschreibung) von der Uni. Wir haben aber vorerst nur ein certificate of addmission (Bescheinigung der Zulassung) erhalten. Das certificate of enrollment erhalten wir erst in zwei Wochen nach der offiziellen Einschreibung. Bei Anna hatte das certificate of admission aber ausgereicht und auch unser privater Dolmetscher meinte das würde langen. Die Frau am Schalter sah das dann aber anders. Hier könnte die Geschichte ja nun einfach kurz und schmerzlos zu Ende sein. Wir gehen heim und ich komme einfach in zwei Wochen wieder.
Aber nein. Jetzt fing es erst richtig an.
Da unser Helfer wusste, dass Anna ihre Karte bereits erhalten hat, wurde auch sie nun mit eingespannt. Bei ihr hätten die Dokumente ja auch gereicht und es sei ja das gleiche Austauschprogramm. Anna meinte dann, dass die Beamtin bei ihr damals unsere Kontaktperson an der Uni angerufen hatte und die das dann geklärt hatten. Also hat auch er da angerufen, aber diesmal ohne Erfolg. Das sei generell nicht möglich hiess es. Ende der Geschichte? Nein! Nun wurden noch etliche andere Leute angerufen und Faxe geschickt und unser Koreaner hat einen riesen Aufstand am Telefon gemacht, dass die Vorzeigeuni Koreas es nicht einmal hinbekomme ein Dokument auszustellen und so weiter. Zwischenzeitlich wurde dann auf einmal Anna von der Uni vorgeworfen wurde, dass sie wohl gefälschte Dokumente eingereicht haben müsse. Nach über zwei Stunden hat sich dann irgendwann doch aufgeklärt, dass es wohl ein Missverständnis war, Anna keine falschen Dokumente eingereicht hat, und sie ihre Karte behalten kann. Ich durfte meinen Antrag trotzdem nicht abgeben und soll in zwei Wochen dann mit dem certificate of enrollment wieder kommen. So verbringt man doch gerne seinen Vormittag.

Nach diesem Krampf ging es erstmal Mittagessen. Als Vegetarier ist es alles andere als leicht hier etwas zu essen zu finden. Im nahe gelegenen Podo Einkaufscenter hatten wir dann aber doch Glück. Im Restaurant unserer Wahl gab es sogar zwei vegetarische Gerichte. Tteokbokki mit Käse und Tteokbokki ohne Käse. Tteokbokki sind Reiskuchen in scharfer Soße. Meist sogar ziemlich scharfer Soße. Und diese waren mit besonders scharfer Soße. Das fand selbst ich schon grenzwertig scharf. Und wer meine Schärfeimmunität kennt, weiss was es bedeutet, wenn ich so etwas sage ;)

Zurück an der Uni ging dann die Verwirrung um die Einschreibung noch etwas weiter. Erst hieß es, wir können uns nun doch schon einschreiben und vor Ort hieß es dann wieder, dass wir doch bis Semesterbeginn warten müssen. Nun heißt es also zwei Wochen warten.

Abends gab es dann eine kleine Willkommensfeier der Studenten meiner Gruppe. Erst sind wir in ein Tofurestaurant essen gegangen und danach waren wir noch ein Bierchen trinken. In der Bar bekam man für sein Geld verschiedene Biere aus aller Welt. Becks für knapp sechs Euro war noch mit eins der günstigeren Biere. Ich hatte ein japanisches Eulenbier für lächerliche sieben Euro.  (Für wen ich das wohl getrunken habe?) Einer der Koreaner schnappte sich ein Kozel. Jaja, da wurden Erinnerungen an den letzten Pragurlaub wach.