Samstag, 19. Oktober 2013

So kommt der Prophet doch noch zu seinem Berg

Das mit dem falschen Berg kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Also habe ich mich noch einmal genauer informiert und so ging es heute auf den richtigen Bukhansan. Genauer gesagt auf den Baekundae Gipfel (백운대), der mit 836,5 Metern der höchste Gipfel Seouls ist. Der halbe Meter ist wohl der große Stein, der auf dem Gipfel liegt. *Ironie an* Wie gewohnt war der Weg wieder total gut ausgeschildert, es gab keine gefährlichen Stellen und es wurden alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, die man sich nur vorstellen kann. *Ironie aus* Aber als alter Klettermax habe ich nach ein paar Stunden natürlich sicher den Gipfel erreicht, wo ich den wunderschönen Ausblick genießen konnte. Nach einer kurzen Rast habe ich den Berg dann zur anderen Seite hin verlassen. Da die Beschilderung wieder sehr knapp gehalten wurde, hatte ich keine Ahnung wo ich rauskommen werde. Aber am Ende des Weges war tatsächlich ein Parkplatz, von dem aus ein Shuttlebus die Wanderer zur nächsten Bushaltestelle gefahren hat. Viel Spaß mit den Bildern :D
2013-10-19 Richtiger Bukhansan

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Zahlen, Zahlen und noch mehr Zahlen


Wow! Das ist bereits mein hundertster Blog-Eintrag. 100!!! Das wird gefeiert!
Nach dem kleinen Sprachkurs zum Hangeul-Tag will ich daher heute mal etwas zu den koreanischen Zahlen schreiben. Das Zählen funktioniert hier nämlich ein bisschen anders als bei uns. Denn in Korea gibt es zwei unterschiedliche Zahlensysteme. Das rein koreanische System und das sinokoreanische System, das sich von den chinesischen Zahlen ableitet. Wann man welches Zahlensystem benutzt ist nicht unbedingt intuitiv.
Im Koreanischen hängt man Zahlen immer ein Zählwort an, z.B. 3 Stück, 2 Personen, 17 Minuten. Welches Zahlensystem man nutzt hängt prinzipiell vom Ursprung dieses Zählwortes ab. Ist es sinokoreanisch, so macht man Gebrauch vom sinokoreanischen System und entsprechend vom rein koreanischen System, wenn das Wort koreanischen Ursprungs ist.
Nun wissen wir Langnasen aber nicht welchen Ursprung die Wörter haben und es ist auch schwer zu lernen. Für das Wort "Monat" gibt es beispielsweise zwei Wörter. Die sinokoreanische Version (월, wol) wird unter Anderem für Monatsnamen verwendet (일월, il-wol, "Eins-Monat" = Erster Monat = Januar), während man für Zeiträume die sinokoreanische Version (달, dal) benutzt (한 달, han dal „ein Monat“). 일 und 한 bedeuten in ihren Zahlensystemen je "Eins".
Es gibt aber ein paar Regeln, um das (meist) richtige Zahlensystem zu finden. Das rein koreanische System wird für das Zählen von Personen, Tieren und Dingen von 1 bis 99 benutzt. Ab 100 wechselt man in das sinokoreanische System. Des Weiteren verwendet man das rein koreanische System für Alters- und Stundenangaben. Die Minuten einer Uhrzeit werden wiederum im sinokoreanischen System angegeben. Ansonsten nutzt man das sinokoreanische System für Zahlen über 100, Datumsangaben, Geldbeträge, Telefonnummern und Adressen. Nun aber zu den Zahlen selbst.

Sinokoreanische Zahlen
Da diese Zahlen chinesischen Ursprungs sind, gibt es eine koreanische (Hangeul) und eine chinesische (Hanja = koreanischer Name für die chinesische Schrift) Schreibweise. Eigentlich braucht man erstmal nur die Zahlen von Eins bis Zehn. Daraus setzt man alle anderen Zahlen zusammen. Dabei wird bei der höchsten Zehnerpotenz angefangen. 14 ist "Zehn-Vier", also genau andersherum als bei uns. Will man die Zehnerstelle erhöhen, setzt man die entsprechende Zahl davor, z.B. ist 37 "Drei-Zehn-Sieben". Es gibt noch eigene Wörter für Hundert (백, baek) und Tausend (천, cheon). Dann trifft man schon auf eine weiteren Unterschied zu unserer Zählweise. Es gibt eine eigenes Wort für Zehntausend (만, man), das hier eine sehr zentrale Bedeutung hat. Man zählt in Korea nicht in Tausender, sondern in Zehntausender Schritten. So ist 100000 nicht Hundert-Tausend, sondern Zehn-Zehntausend und Millionen entsprechend Hundert-Zehntausend.
Zahl
Hangeul
Hanja
Aussprache
Bemerkungen
0
oder

oder
yeong
oder
gong
z.B. in der Mathematik
--------------------------------
z.B. bei Telefonnummern
1il
2i
3sam
4sa
5o
6yuk
7chil
8pal
9gu
10sip
11십일十一sibilZehn-Eins
12
십이
十二
sibi
Zehn-Zwei
20이십二十isipZwei-Zehn
30
삼십
三十
samsip
Drei-Zehn
100baek
1,000cheon
10,000man
100,000십만十萬simmanZehn-Zehntausend
1,000,000백만百萬baengmanHundert-Zehntausend
10,000,000천만千萬cheonmanTausend-Zehntausend
Rein koreanische Zahlen
Im rein koreanischen System existiert keine Null und keine Hanja Schreibweise, da es ja nicht aus dem Chinesischen kommt. Für Vielfache von Zehn (20, 30,...) gibt es eigene Namen. Ansonsten werden größere Zahlen nach dem gleichen Prinzip zusammengesetzt, wie im sinokoreanischen System. Hierbei ist zu beachten, dass das rein koreanische System nur bis 99 geht. Manche Zahlen haben neben ihrer Grundform, die für einfaches Abzählen benutzt wird, noch eine abgeleitete Form, die in Verbindung mit Zählwörtern (Stück, Personen, ...) verwendet wird.
ZahlHangeulAusspracheBemerkungen
1
하나
han
hana
Mit Zählwort
Grundform
2
du
dul
Mit Zählwort
Grundform
3
se
set
Mit Zählwort
Grundform
4
ne
net
Mit Zählwort
Grundform
5다섯daseot
6여섯yeoseot
7일곱ilgop
8여덟yeodeol
9아홉ahop
10yeol
11열한
열하나
yeolhan
yeolhana
Zehn-Eins
12열두
열둘
yeoldu
yeoldul
Zehn-Zwei
20스물seumul
30서른seoreun
40마흔maheun
50swin
60예순yesun
70일흔ilheun
80여든yeodeun
90아흔aheun

Sonntag, 13. Oktober 2013

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, geht er halt auf einen anderen Berg.

Heute wollten wir wieder einmal auf einen Berg. Und zwar auf den großen Berg hinter dem Gyeongbokgung Palast. Dort liegt der riesige Bukhansan Nationalpark, in dem mehrere Berge liegen. Der Bukhansan ist der größte Berg Seouls. Da der Berg hinter dem Palast erstmal der größte Berg ist, den man von der Stadt aus sieht, dachten wir, das wird schon der Bukhansan sein. Dachten wir. Es war aber nur der etwas kleinere Bugaksan. So sind wir am Ende einerseits auf den Berg gestiegen, auf den wir wollten, andererseits aber auch nicht.
Doch bevor es auf den Bugaksan ging, sind wir noch durch das Viertel Bukchon gelaufen. Dieses Wohnviertel liegt zwischen den zwei größten Palastanlagen Seouls. Dort stehen sehr viele traditionelle Häuser und es gibt einige schöne Gassen. Man fühlt sich wirklich ein paar hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt. Am Ende des Viertels ist ein Park, in dem man auch zur Mauer der alten Festung gelangt. Entlang dieser Mauer schlängelt sich unser Wanderweg.
Direkt am Fuße des Bugaksans ist das Blaue Haus (청와대, Cheongwadae), der Sitz des Präsidenten (bzw. derzeit der Präsidentin) Koreas. 1968 haben nordkoreanische Soldaten versucht über diesen Berg einen Mordanschlag auf den Präsidenten auszuführen, waren jedoch erfolglos. Daraufhin wurde das Gebiet für die Öffentlichkeit gesperrt. Erst 2007 wurde der Zugang wieder ermöglicht. Allerdings ist das Areal noch immer militärisches Sperrgebiet und streng bewacht. Auch der Zugang ist stark reguliert.
Bevor man das Sperrgebiet betreten darf, muss man ein Formular ausfüllen und seinen Ausweis vorlegen. Dann wird man im Computer registriert und erhält einen Ausweis mit einer Nummer. Diesen muss man immer gut sichtbar tragen. Will man das Gelände verlassen, muss man ihn wieder abgeben. Der Weg ist mit zweireihigen Stacheldrahtzäunen abgesperrt und abseits der Wege befinden sich Bewegungsmelder. Zusätzlich zu den Soldaten, stehen alle paar Meter Wachmänner, die darauf achten, dass man keine Fotos macht. Es ist nämlich nur an wenigen Stellen erlaubt Bilder zu machen. Also müsst ihr mir wohl so glauben, dass der Ausblick auf die Stadt recht schön war.
Auf dem Weg zurück in die Stadt gingen wir noch über den Vorplatz des Gyeongbokgung Palastes, auf dem gerade das Arirang Musik-Festival stattfand. Hier konnte man unter Anderem die Performance von Trommlern, traditionellen Musikern und einen trommelnden Chor bewundern. Durch den bunt geschmückten Jogyesa Tempel gelangten wir in das Viertel Insadong. Auch dieses Viertel versucht Touristen die Traditionen Koreas näher zu bringen. Hier kann man neben viel Kitsch auch wirklich hochwertige Andenken kaufen.

Samstag, 12. Oktober 2013

Tach! Hab Fisch mitgebracht.

Mein erstes Ziel des heutigen Tages war der Noryangjin Fischmarkt. Dieser war besonders einfach zu finden. Als der Nase nach. In der riesigen Markthalle gibt es unzählige Arten von Fischen, Krabben, Muscheln, Tintenfischen und anderem Meeresgetier. Damit alles möglichst frisch ist, leben die meisten Tiere noch. Man kann seinen Einkauf mit nach Hause nehmen oder ihn in einem der vielen Restaurants direkt vor Ort zubereiten lassen. Auch für Unterhaltung wurde gesorgt. So war ein großes Becken aufgebaut, in dem man sich seine eigenen Fische fangen konnte. Ein Spaß für Groß und Klein.
Um dem Gestank zu entfliehen, flüchtete ich zum Nahe gelegenen 63 Building. Ich lasse es mal offen, wie viele Stockwerke das Gebäude wohl hat. Die Fassade des 249 Meter hohen Gebäudes ist komplett vergoldet. Neben einem Wachsmuseum und einem Aquarium, gibt es eine Aussichtsplattform im 60sten Stock, deren Räumlichkeiten auch für Kunstausstellungen genutzt werden. Dorthin kommt man mit einem Glasaufzug, in dem man als Pärchen auch alleine fahren darf, um ungestört den Blick auf die Stadt zu genießen.
Ich erreichte die Aussichtsplattform gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Also habe ich mich mal an einem time-lapse Video versucht. Hier mein Ergebnis. Noch nicht optimal, aber in Ordnung.


2013-10-12 Fischmarkt

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Zwei Drachen als neue Haustiere

Hier in Korea lebt man oft die Bürokratie noch in vollen Zügen aus. Und man muss sehr häufig etwas unterschreiben. Das eröffnen meines Bankkontos hat mich gefühlte hundert Unterschriften (wohl so zwanzig) gekostet. Die Dame hinterm Schalter musste auch überall unterschreiben. Sie hat dann einfach ihren Stempel gezückt, pong. pong, pong, pong, alle Unterschriften gesetzt. Auf diese Stempel bin ich hier schon öfter gestoßen. Zur Feier des Hangeul-Tages und als kleines Andenken habe ich mir heute auch einen solchen Stempel anfertigen lassen. Nun kann ich überall meinen koreanischen Namen drauf stempeln. Beschützt wird der Stempel von zwei Drachen.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Heute lernen wir: Koreanisch

Heute ist in Korea wieder ein Feiertag. Der Hangeul-Tag. Hangeul ist der Name der koreanischen Schrift. Daher wollte ich zur Feier des Tages eine kurze Einführung in die koreanische Sprache geben. Aber zuerst etwas Geschichte.
Früher wurden in Korea chinesische Schriftzeichen (teils mit kleinen Anpassungen) benutzt. Am 9. Oktober 1446 hat König Sejong den Text Hunminjeongeum (훈민 정음, 訓民正音, "Die richtigen Laute zur Unterweisung des Volkes") veröffentlicht und darin das koreanische Alphabet eingeführt. Damit wollte er unter anderem erreichen, dass auch das einfachere Volk Lesen und Schreiben lernen kann. Aus dem Vorwort:
„Die Sprache unseres Landes ist von China verschieden, und man kann sich mit der chinesischen Schrift nicht verständigen. Es gibt viele Menschen, die sich nicht schriftlich ausdrücken können. Das halte ich für bedauerlich. Ich will als Neuheit 28 Schriftzeichen festlegen. Ich habe nur einen Wunsch: Alle Leute dazu zu bringen, sie mühelos innerhalb eines Tages zu lernen.“
So hat König Sejong schließlich ein Alphabet aus 17 Konsonanten- und 11 Vokalzeichen geschaffen. Mit kleinen Abwandlungen nutzt man diese Zeichen noch heuteZwischen 1910 und 1945, als Korea unter japanischer Herrschaft stand, war Japanisch Nationalsprache und der Gebrauch der koreanischen Sprache und Schrift wurde verboten. Seitdem nutzt man aber wieder Hangeul. Selbst englische Worte werden (gnadenlos!!!) in Hangeul übersetzt. Die chinesischen Zeichen (Hanja) werden heutzutage nur noch recht selten verwendet, wenn man es anders nicht eindeutig ausdrücken kann. Manchmal werden auch Ortsnamen oder ähnliches noch in chinesischen Zeichen angegeben.
1991 wurde der Hangeul-Tag als offizieller Feiertag abgeschafft, um die Anzahl an Arbeitstage zu erhöhen. Ende letzten Jahres wurde beschlossen, dass er ab 2013 wieder offizieller Feiertag ist. Bei Starbucks gibt es derzeit sogar eine Tasse, auf der ein Teil des Hunminjeongeum abgedruckt ist. Also lasst uns heute die koreanische Schrift feiern und uns diese einmal anschauen.

Beginnen wir mit den Konsonanten. Die Form der meisten Konsonanten soll an die Lage der Zunge oder des Mundes erinnern, wie das folgende Bild zeigt.
Die Konsonanten sind:
ㄱ   g oder k
ㄴ   n
ㄷ   d oder t
ㄹ   r oder l
ㅁ   m
ㅂ   b oder p
ㅅ   s wie Smoking, vor i wie China
ㅇ   – (stummer Laut) oder ng (als Auslaut)
ㅈ   j wie Jimmy
ㅎ   h
Einige Konsonanten werden mit einem zusätzlichen Strich zu einem aspiriertem Konsonant.
ㅊ   ch Aspiriert wie Cha-Cha-Cha
ㅋ   k Aspiriert wie König
ㅌ   t  Aspiriert wie Tisch
ㅍ   p Aspiriert wie Pudding
Doppelte Konsonanten werden gespannt (mit gespannten Lippen) ausgesprochen
ㄲ   kk
ㄸ   tt
ㅃ   pp
ㅆ   ss
ㅉ   jj

Und schon kommen wir zu den Vokalen. Die Zeichen für diese bestehen aus drei Elementen.
_   Symbolisiert die Erde (Yin).
•   Steht für die Sonne am Himmel (Yang).
|    Soll einen stehenden Menschen darstellen, der Himmel und Erde verbindet.
Aus dem Punkt wurde später ein kurzer Strich. Ein zweiter Strich an einem Vokal fügt immer ein 'y' vor dem Grundvokal zu.
ㅏ   a
ㅑ   ya
ㅓ   eo (offenes o)
ㅕ   yeo
ㅗ   o (geschlossenes o)
ㅛ   yo
ㅜ   u
ㅠ   yu
ㅡ   eu (verschluckter Laut)
ㅣ   i
Einfache Kombinationen (ㅏ+ㅣ= ai wird schnell gesprochen zu ae)
ㅐ   ae (wie unser ä)
ㅒ   yae
ㅔ   e
ㅖ   ye
Weitere kombinierte Vokale. Diese klingen so, als würde man versuchen die beiden Vokale schnell hintereinander auszusprechen. Einige von ihnen werden in der tatsächlichen Aussprache nicht mehr unterschieden.
ㅚ   oe
ㅟ   wi
ㅢ   ui
ㅘ   wa
ㅝ   wo
ㅙ   wae
ㅞ   we

Und schon kennen wir alle koreanischen Zeichen. Nun wollen wir Worte schreiben. Hierfür werden diese Zeichen silbenweise angeordnet, wobei das erste Zeichen immer ein Konsonant ist. Darauf folgt ein Vokal. Danach kann ein weiterer (selten auch ein zweiter) Konsonant stehen. Die Anordnung erfolgt in einem gedachten Quadrat von links nach rechts und von oben nach unten. Steht ein Konsonant unten, so ist er ein Auslaut. Für Auslaute gibt es ein paar Abweichungen zur normalen Betonung, worauf wir hier aber nicht eingehen wollen.
Nun können wir also schon Silben und damit Wörter schreiben und lesen. Viel Spaß nun beim Üben. Hier ein paar Beispiele:
Hallo 안녕하세요 (an-nyeong-ha-se-yo)
Danke 감사합니다 (gam-sa-ham-ni-da)
Bitte 주세요 (ju-se-yo)
Auf Wiedersehen! (zur Person, die geht)  안녕히 가세요 (an-nyeong-hi ga-se-yo)
Auf Wiedersehen! (zur Person, die bleibt) 안녕히 계세요 (an-nyeong-hi gye-se-yo)

Natürlich wurde der freie Tag auch für etwas Kultur genutzt. Mit Julian war ich im Nationalmuseum und beim Kriegsdenkmal, welches auch ein Kriegsmuseum enthält. Der Eintritt für beide Museen ist frei. Dementsprechend sind es gerade für Familien beliebte Ausflugsziele. Das kann aber auch seine Schattenseiten haben. Im Nationalmuseum war alles noch sehr gesittet. Ein paar geführte Gruppen, kleine Familien und einzelne Kindergruppen, die scheinbar eine Art Wissensrallye gemacht haben und Fragen zu den Ausstellungsstücken beantworten mussten. Beim Kriegsdenkmal sah das schon etwas anders aus.
Die riesige Anlage wirkte auf mich eher erdrückend, was sie sicher auch sollte. Schließlich soll man sich hier bewusst machen, wie schlimm der Krieg war. Im angeschlossenen Park waren Flugzeuge, Schiffe, Panzer und anderes Kriegsmaterial ausgestellt. Dass viele Kinder auf sowas gerne rumklettern ist klar. Ein Familienpicknick mit Federballspielen unter den Flügeln eines Bombers mag etwas komisch aussehen, ist aber auch noch ok. Aber ich fand es seltsam, dass man sich hier teils vorkam wie in einem Vergnügungspark. Eltern, die mit ihren Kindern auf Panzer klettern und beide laut "BAM! BAM!" und "PENG! PENG!" rufen, stolzes Posen auf der Flak, Reiten auf Raketen und Plastikflaschen als Granaten zu werfen, scheint hier normal zu sein. Ich kam mir dabei etwas seltsam vor.
Im Museum selbst war es deutlich gesitteter. In einer großen Gedenkhalle wurden auf einem Bildschirm nach und nach die Namen aller gefallenen Soldaten eingeblendet. Das war schon etwas gespenstisch und mal was anderes als eine große Wand voller Namen. Auch der Rest des Museums war sehr ansprechend gestaltet.
Zum Abschluss noch ein kleiner Test. Was steht hier? Ein Tipp. Es ist deutsch ;)
힐 신드 디 빌델
2013-10-09 Hangeul Tag

Dienstag, 8. Oktober 2013