Zu dem Spot gibt es noch zwei weitere Teile, die ich euch nicht vorenthalten will. Sie beschreiben das verzerrte Selbstbild vieler Koreaner leider recht gut. Hier gibt es auch unzählige Handy-Apps, die Fotos auf Knopfdruck automatisch 'verschönern'. Schlankere und längere Beine, längere Nase, größere Augen und so weiter. Außerdem sind Schönheits-OP-Apps auf dem Vormarsch. Apps mit denen man sein Wunschbild erstellen und damit direkt zum Schönheintschirurgen gehen kann. Laut The Economist ist Korea das Land mit den meisten Schönheitsops weltweit.
Mittwoch, 4. September 2013
하. 또야근! - 단거! 단거!
Dieser Clip lief heute mittag in der Straßenbahn.
Kleiner Sprachkurs ;)
운동 할까, 말까? (undong halkka, malkka?) - Trainieren, oder nicht?
내일하자 (naeilhaja) - Lass morgen
뭐먹지? (mwomeogji?) - Was soll ich essen?
카라멜 마끼야또 (karamel makkiyatto) - Karamell Macchiato
사이즈는요? (saijeuneun-yo?) - Welche Größe?
라지 (Laji) - Groß
하. 또야근! (ha. ttoyageun!) - Ha. Nachtschicht!
단거 (dangeo) - Süßigkeiten
으음. 역시 초콜리 잇 (eueum. yeogsi chokolli is) - Hmm. Die Schoki ist auch noch lecker (oder so)
Auch wenn der Schönheitswahn hier ziemlich bedenklich ist, musste ich doch kurz schmunzeln, da der kleine Kerl mich an die Adiposes in einer Doctor Who Folge erinnert hat.
Dienstag, 3. September 2013
Auf zum Atem!
Heute stand der zweite Teil der Einschreibung an. Die Jagd nach dem certificate of enrollment. Hierfür sollten wir uns ja heute im Office of International Affairs einfinden. Wie versprochen hatte man dort sogar Zeit für uns. Nur leider kein certificate of enrollment. "Nee, das stellen wir hier nicht aus. Da müssen Sie ins Hauptgebäude." Die hatten uns gestern hierher verwiesen. Super. Also zurück zum Hauptgebäude gelaufen und nochmal nachgefragt. Gleicher Schalter, anderer Mitarbeiter. "Klar stellen wir das aus." Also hätten wir das auch schon gestern bekommen können. Wir haben dann erfahren, dass der andere Mitarbeiter gestern seinen ersten Tag hatte und das wohl nicht wusste. Naja, aber schlussendlich habe ich nun mein certificate of enrollment. Nun kann es endlich weiter gehen.
Mit diesem Dokument muss ich nämlich nun im immigration office meine alien registration card beantragen. Geschwind ans andere Ende der Stadt gefahren und auf dem Amt meine Nummer gezogen. 510. Gerade ist 418 dran. Das kann jetzt etwas dauern. Hier habe ich auch die anderen deutschen Studenten aus unserem Haus getroffen. Die waren etwas früher da und mussten nur bis vierhundertpaarundachtzig warten. Das Ganze zog sich dann nochmal etwas länger, da gegen halb eins die meisten Schalter geschlossen wurden. Ja, Mittagessen hätten wir auch vertragen können. Nach sehr ereignislosen drei Stunden kam ich dann auch endlich dran. Dann ging aber alles sehr flott. Nun muss ich etwa drei Wochen warten, bis meine alien registration card ausgestellt und mir zugeschickt wird. Dann kann ich mich in meinem Fachbereich und an der Uni mit meiner richtigen Registrierungsnummer anmelden und meinen Studentenausweis erhalten.
Zum essen bin ich in das nahe gelegen Studentenviertel um die Ewha Universität gefahren. Bisher war ich hier noch nicht, aber ich muss unbedingt noch einmal mit meiner Kamera zurückkommen und hiervon berichten. Der Campus ist etwas eigenwillig, aber sehr beeindruckend. Das umliegende Viertel ist eindeutig auf Studenten zugeschnitten. Beziehungsweise ziemlich deutlich auf Studentinnen. Denn Ewha ist eine reine Frauenuniversiät.
Auf dem Heimweg habe ich dann noch ein paar unverzichtbare Dinge kaufen müssen. Schließlich brauche ich ja noch eine eigene Tasse fürs Büro und eine Tasse für ... ja ... hmm ... also ich brauch halt ganz unbedingt noch eine ... und bestimmt auch eine Müslischale und ganz ganz ganz sicher auch ein Glas. Achso, etwas Essen und Trinken habe ich glaube ich auch noch gekauft.
![]() |
| 2013-09-03 Einkauf |
Montag, 2. September 2013
Wmwmwmwmwwwwwmmmmmmmm
Was mir hier schon am ersten Tag aufgefallen ist, ist die etwas unvertraute Geräuschkulisse. Strassenlärm und laute Menschenmassen bin ich hier ja gewohnt. Aber dieses komische, nervig und laute Hintergrundbrummen ist neu. Zu erst dachte ich es seien irgendwelche Transformatoren, die überlastet sind und brummen. Ich habe ja schon vorher gelesen, dass hier in Korea gerade Stromknappheit besteht. Aber ich habe schnell gemerkt, dass es eher aus den Bäumen kommt. Sind da etwa Lautsprecher drin, die Vögel vertreiben sollen? Quatsch. Ich kam recht schnell darauf, dass das wohl irgendwelche Insekten sein müssen. Ziemlich viele und laute Insekten. Hört man nicht genau hin, ist es nur ein abwechselnd lauter und leiser werdendes Brummen. Wenn man aber genau drauf achtet, kann man einzelne Tiere raushören. Es klingt wie Wm-Wm-Wm-Wm-WWWwwwmmmmm. Habe ich schon erwähnt, dass die Viecher verdammt laut sind?
Einer meiner Koreaner hat mir dann erklärt, dass das eine bestimmte koreanische Zikade (oder Zirpe) ist. Sie heißt 매미 (Maemi). Und gerade ist Paarungszeit. Vielleicht sollte ich darauf hinweisen, dass die unheimlich laut sind, falls ich das bisher vergessen haben sollte. Und als mir dann mal so ein Ding vor der Nase lang geflogen ist, wusste ich auch, dass sie nicht nur laut, sondern auch groß und hässlich sind. Leider ist mir selbst noch keins der Dinger vor die Linse gekommen, da sie sich meist in den Bäumen verstecken. Aber ich habe mal ein wenig recherchiert. Und do sehen die kleinen Nervensägen aus.
Und so hören sie sich an.
Einen humorvollere Darstellung der Zikaden findet man auf der von mir immer wieder gern besuchten Seite http://www.eatyourkimchi.com/. Hier stellen zwei Kanadier, die hier in Seoul leben, in regelmäßigen Abständen Videos über unterschiedliche Dinge online. Sie behandeln hierbei viele Themen der koreanischen Kultur, Sprache und Musik, berichten über das alltägliche Leben in Korea und stellen auch so einige Kuriositäten vor. Manchmal drehen sie aber auch ziemlich ab ;)
Auf einem anderen Blog habe ich noch einen Eintrag gefunden, der erklärt, dass manche Koreaner mit Köchern losziehen und die Maemis einfangen. Ich selbst habe das noch nicht gesehen, aber gerade Kinder scheinen daran ihren Spaß zu haben. Auf der Seite steht unter Anderem auch, dass wegen der globalen Erderwärmung immer mehr Larven den Winter überleben und die Zikaden auch immer lauter werden, da sie versuchen den Lärm der Stadt zu übertönen.
Das Problem wird also immer größer bzw. lauter. Und was will man überhaupt mit den gefangenen Viechern anfangen. Leute mit schwachen Nerven sollten nun besser nicht weiterlesen. Für alle anderen hier ein Rezept für den nächsten Besuch der Schwiegermutter.
Passierschein A38, bitte!
Nachdem das immigration office das certificate of admission ja, wie bereits berichtet, nicht akzeptiert hatte, wollten wir uns heute, am ersten Tag des neuen Semesters, das benötigte certificate of enrollment besorgen. Und es begann sogar verhältnismäßig unkompliziert.
Einfach ein Formular ausfüllen, das es natürlich nur in koreanisch gibt, den Reisepass vorlegen und die stolze Bearbeitungsgebühr von 600 Won (etwa 41 Cent) bezahlen und schon hat man sein certificate of attendance (Teilnahmebescheinigung). Was uns dieses Dokument nun so wirklich bringt, wissen wir auch nicht. Denn eigentlich brauchen wir das certificate of enrollemnt (Einschreibebestätigung), um die alien registration card zu beantragen, die wir brauchen um unseren Studentenausweis (Student ID Card) zu bekommen. Das ominöse certificate of enrollment ist hier aber scheinbar erstmal unbekannt. Selbst unter seinen koreanischen Namen scheint keiner was damit anfangen zu können.
Nach etwas Telefoniererei hat unser koreanischer Helfer dann doch herausgefunden, wo wir das Dokument bekommen. Allerdings erst morgen, weil heute Semesterbeginn sei und die dort sooooo viel zu tun hätten. Hmm...Klar, vermutlich damit abertausende "Certificates of _Aktenzeichen XY...ungelöst_" auszustellen.
Also geht der Spaß morgen weiter. Und wohl noch die nächsten Tage. Denn mit dem certificate of enrollment gehts dann wieder ans andere Ende der Stadt ins immigration office, um meine alien registration card zu beantragen. Dort kriege ich dann mit etwas Glück schon meine Einwohnermeldenummer gesagt, mit der ich dann an der Uni meinen Studentenausweis beantragen kann.
Dann kann ich mir endlich selbst Essensmarken und andere Dinge kaufen. Hier auf dem Campus kriegt man nämlich bei Vorlage des Studentenausweises Rabatt auf fast alles. Zum Essen braucht man zum Beispiel kleine Plastikkarten, die je nach Wert eine andere Farbe haben. Diese muss man vorher an einer Kasse kaufen. Ohne Studentenausweis kosten diese Karten deutlich mehr. Aber auch in den Kaffeeläden kriegt man den Kaffee als Student deutlich billiger. Des Weiteren fungiert die Karte als Bibliothekskarte, Zugangskarte für die Computerräume und noch vieles mehr. Mit koreanischem Bankkonto kann man eine bessere Version bekommen, mit der man dann auch bezahlen kann. Selbst die Bus und Bahnfahrten kann man damit kontaktlos bezahlen. Ja, liebe Uni Mainz, so sieht Fortschritt aus. (Insiderwissen: Es wird seit gefühlten hundert Jahren versucht die vielen verschiedenen Karten und Ausweise der Uni Mainz in einer Studentenkarte zu vereinen. Bisher erfolglos.)
Immerhin konnten wir uns heute schon in drei Kurse eintragen. 'Special Research in Chemistry 2', 'Research in Advanced Chemistry 4' und 'Reading and Research'. Mal sehen ob alles Weitere auch so problemlos über die Bühne geht.
Sonntag, 1. September 2013
+++EILMELDUNG+++: Raumschiff in Seoul gelandet
Durch den häufigen Wechsel zwischen schwüler Hitze und überklimatisierten Räumen habe ich mir eine kleine Erkältung eingefangen. Daher lasse ich es gerade etwas ruhiger angehen und habe heute erstmal bis zwei Uhr ausgeschlafen. Aber so ganz vernünftig wollen wir ja auch nicht sein, oder? Also zieht's mich doch wieder raus in die große Welt zu einem kleinen Ausflug. Drei der anderen deutschen Studenten, die hier im Haus wohnen, wollten heute mal etwas über den Dongdaemun Markt schlendern. Das passte heute gut zu meiner Stimmung, also habe ich schnell meine Kamera geschnappt und mich drangehängt.
Dongdaemun ist das große Osttor. Rund um das alte Tor ist ein riesiger Marktbereich. Hier gibt es vorwiegend Klamotten und Essen, aber auch alles andere zu kaufen. In Korea haben die meisten Einkaufscenter in den oberen Stockwerken Restaurants und oft auch eine Dachterasse. Dort hat man meist einen ganz guten Ausblick. Von der Dachterasse des Doota-Einkaufscenters konnte man ein neu gelandetes Raumschiff entdecken. Das letzte Mal als ich hier war, stand dort noch ein Baseball-Stadion. Nun entsteht hier gerade ein Geschichts- und Kultur-Park.
Auf dem Markt selbst hatten leider die meisten Stände zu. Feste Öffnungszeiten gibt es hier nicht. Der Markt ist aber vor allem für seine Nachtverkäufe bekannt. Je näher man dem Bereich mit den Essensständen kam desto voller wurde es. Aber auch hier hielt sich der Betrieb heute in Grenzen. Nachdem wir noch etwas über den Markt gelaufen sind, haben wir den Heimweg angetreten, da wir uns mit den daheimgebliebenen deutschen Studenten in unserem Viertel zum Essen verabredet hatten.
Ein paar Bildchen gibt es wie immer unten in der Galerie. Morgen werde ich wohl einen ruhigen Tag machen, damit ich mich Montag mit voller Kraft in den Kampf um die Einschreibung stürzen kann. Da wird es sicher wieder was zu berichten geben.
![]() |
| 2013-08-31 Dongdaemun |
Montag, 26. August 2013
Ein Leben im puren Luxus
Heute war ich mal etwas größer einkaufen und habe mir unter anderem etwas Leckeres zu essen geholt. Zum Abendessen gab es gerade Kimchi-Mandus (Teigtaschen) mit Reis und Gim (Algenblätter). Als Frühstücksalternative zu Brot stehen nun bärenstarke Schokoflakes bereit und falls ich mal was zum Knabbern haben will, kann ich nun auf Kastanien zurückgreifen. Wassermelonen waren mir hier bisher immer viel zu teuer. Daher habe ich mich gefreut, dass hier ein Preis von nur knapp drei Euro drauf stand und habe mir mal eine kleine (zum Glück) mitgenommen. Da ich noch ein paar Haushaltsdinge und weitere Nahrungsmittel gekauft habe und mich auch erst wieder etwas an die Währung gewöhnen muss, kann ich auf die Schnelle noch nicht einschätzen, ob etwas teuer ist oder nicht. Besonders nicht wenn ich viele unterschiedliche Dinge einkaufe. Aber der Endbetrag erschien mir doch recht hoch. Naja, ich habe die Rechnung Zuhause dann nochmal angeguckt und die Preisangabe bei der Wassermelone waren dann wohl doch Kilopreise. Ehem. Ich sag mal lieber nicht, was der Spaß am Ende gekostet hat. Aber immerhin ist sie lecker.
Abonnieren
Posts
(
Atom
)


