Sonntag, 15. September 2013

To-to-ro Totoro

Heute war ich im Seoul Arts Center in eine Studio Ghibli Ausstellung. Das ist eins der bekanntesten Animefilmstudios der Welt. Am bekanntesten sind wohl Filme wie Mein Nachbar Totoro, Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss. Selbst wer diese Filme nicht kennt, dem ist wohl zumindest eine Produktion des Studios bekannt. Heidi, das Mädchen aus den Schweizer Bergen, ist eine japanische Produktion und stammt von den Studio Ghibli Zeichnern. Nicht nur zu Heidi, sondern zu allen Produktionen des Studios konnte man hier Skizzen betrachten und sehen, wie aus den Skizzen ein Film entsteht. Leider durfte man in der Ausstellung keine Bilder machen. Aber außerhalb gab es ein paar Möglichkeiten für nette Fotos. Der einzige Bereich in dem man fotografieren durfte war der letzte Raum. Hier konnte jeder kleine Aufkleber mit seiner Lieblingsfigur bemalen und diese an die Wand kleben. Wenn man sich lange genug angestellt hat, konnte man sich auf einen verzerrten Totoro legen. Aus dem richtigen Winkel fotografiert, sieht es dann so aus, als würde man auf seinem Bauch liegen. Mir war die Wartezeit aber eindeutig zu lang. 
Im Anschluss bin ich noch kurz nach Garosu-gil. Das ist eine Einkaufsstraße mit europäischem Flair. Viel Zeit hatte ich nicht, da ich mich mit Julian und Hun zum Abendessen verabredet hatte. Unser Insider Hun kannte sogar ein vegetarisches Restaurant ganz in der Nähe. Mit ein paar Schalen Makgeolli haben wir den Abend dann ausklingen lassen.
2013-09-15 Ghibli

Freitag, 13. September 2013

Essen, Putzen, Tanzen...ähmm...Baseball

Gestern mittag hatten wir ein Lunch Meeting. Ein Gruppentreffen mit unserem Professor, kombiniert mit einem Mittagessen. Es kommt hier nur etwa einmal im Semester vor, dass der Prof und seine Studenten gemeinsam essen gehen. Normalerweise haben Professoren einen eigenen Bereich in der Mensa. Da wir für mich noch kein offizielles Willkommensessen zusammen mit dem Prof hatten, wurde das nun nachgeholt. Danach wurde gemeinsam das Büro geputzt. Das machen die Studenten in regelmäßigen Abständen selbst. Saugen, wischen, Müll raus bringen und seinen Schreibtisch aufräumen.
Abends wollten wir uns ein Baseball-Spiel anschauen. Da es morgens in Strömen geregnet hat, war bis kurz vor Beginn des Spiels nicht klar, ob es tatsächlich stattfinden wird. Aber wir hatten Glück. Es hat rechtzeitig aufgehört zu regnen. Gespielt haben die LG Twins gegen die KIA Tigers. Die Koreaner haben entschieden, dass wir für KIA sind. Also saßen wir im Gästebereich. Wobei das vollkommen egal war, weil alle Bereiche zugänglich waren und keinerlei Kontrollen stattfanden.
Obwohl man im Stadion alles mögliche kaufen kann, ist es vollkommen normal sich vorher etwas zu Essen und Trinken zu kaufen und mit ins Stadion zu nehmen. Wasser, Bier, Knabberkram, Pizza oder was auch immer. Manche hatten auch ganze Picknickkörbe und Decken dabei. Es waren auch auffällige viele Familien anwesend. Die Atmosphäre ist schwer beschreibbar. Es war eher ein großes Beisammensein mit einem Baseballspiel als Rahmenprogramm.
Die erste für uns abstrus wirkende Situation ließ nicht lange auf sich warten. Direkt zu Beginn des Spiels sind alle aufgestanden und es wurde die Nationalhymne gespielt. Zu diesem Zeitpunkt war das Stadion seltsamerweise noch fast komplett leer. Die meisten Leute sind erst etwa anderthalb Stunden nach Spielbeginn gekommen. Das ist wohl auch normal. Jedes Team hat einen eigenen Anheizer. Er steht auf einem Podest und motiviert mit seiner Trillerpfeife, einem Mikro und viel Tanz die Fans seines Teams. Was auch sehr ungewöhnlich ist, ist dass immer nur ein Fanlager sein Team anfeuert. Es wird nur für das Team gesungen, das gerade im Angriff (am Schlagen) ist. Die anderen Fans sind solange ruhig, da man die anderen Fans beim Anfeuern ja nicht stören will.
Die Anheizer haben eine eigene Lautsprecheranlage über die auch Musik gespielt wird. Oft wurde zusätzlich Musik über die Stadionlautsprecher gespielt und ausgiebig getanzt. Es war alles eher eine große Party. Statt anzufeuern wurde oft einfach nur getanzt und Leuten zugejubelt, die beim Tanzen auf der Leinwand gezeigt wurden. 
Unser Team hat am Ende leider 7:2 verloren. Was aber irgendwie auch keinen gestört hat, da alle munter weiter gesungen und getanzt haben. Es war schon eine besondere Atmosphäre.

Donnerstag, 12. September 2013

Vier Bier und einen Obstteller, bitte!

Am Montag kam Sven (ein Mainzer Freund und Korea erfahrener DAAD und IRTGler) mit seiner Freundin nach Korea. Diesmal nicht zum Arbeiten, sondern um gemeinsam Urlaub zu machen. Zwei Wochen bleiben die Beiden. Leider haben sie das schlechte Wetter aus Deutschland mitgebracht. Dienstag abend waren wir mit ihnen und ein paar der anderen Deutschen essen. Wie immer war es lecker, auch wenn ich als Vegetarier wieder nur von den Beilagen gelebt habe. Nach dem Essen ist ein Teil der Gruppe noch in eine Bar namens Dick Tracy gegangen.
Das ist wieder ein schöner Anlass euch etwas über die koreanische Kultur zu erzählen. In Korea ist es nämlich "üblich" in einer Bar nicht nur Trinken, sondern auch immer etwas zu Essen zu bestellen. Meist nimmt man ein Gericht pro Tisch und isst dieses dann gemeinsam. Sehr häufig findet man hier gemischte Platten mit Dingen wie getrocknetem Fisch und Tintenfisch, frittiertem Hähnchen, Pommes, Kroketten und so weiter. Auch Obstteller sind sehr beliebt. Unsere Aufmerksamkeit erregte etwas, das uns Google als Obstpunsch übersetzte. Also drei Bier, einen Erdbeersaft (hier natürlich wie immer frisch zubereitet) und einen Obstpunsch bestellt. Nach einiger Zeit kam dann auch eine riesige Schüssel voller Obst, etwa zwei Liter gesüßter Milch und einer Menge Eiswürfel. Neben Kiwi, Banane, Melone und ähnlichem befand sich auch etwas "alternatives" Obst im Punsch. Rosinen lassen wir ja noch mal durchgehen, aber Tomaten und Erdnüsse? Geschmeckt hat es trotzdem.
Eigentlich wollten wir in eine Makgeolli-Bar gehen, die aber leider brechend voll war. Den Besuch in dieser Bar haben wir dann heute abend spontan nachgeholt. Ich hatte bei einem früheren Besuch schon einmal ein Foto davon gemacht und sie als von außen nicht sonderlich einladend beschrieben. Auch von innen wirkt sie sehr rustikal. Man sitzt in kleinen, zweistöckigen Hütten. Man kommt sich vor wie in einer alten Lehmhüttensiedlung. Die Atmosphäre ist aber sehr gemütlich und das Essen unheimlich lecker. Und es gibt hier nicht nur eine Sorte Makgeolli, sondern viele verschiedene. Wir haben einfach mal auf gut Glück irgend einen Makgeolli bestellt. Es kam ein ziemlich süßer Himbeer-Makgeolli. Später haben wir noch einen Standard-Makgeolli getrunken. Natürlich bestellt man auch hier etwas zu essen dazu. Wir haben uns für sehr leckeren Tofu-Kimchi entschieden.
Des Weiteren kam heute endlich meine Alien registration card und ich habe ein paar neue Schreibutensilien erworben. Mehr gibt es wie immer in der Galerie und den Untertiteln der Bilder.
2013-09-12 Makgeolli Bar

Sonntag, 8. September 2013

Regenbogen bei Nacht

Unser heutiges Ziel war die Gegend um Myeongdong. Zuerst ging es nach Namsangol. Das ist ein mitten in der Stadt gelegenes traditionelles Dorf am Fuße des Namsan, dem Berg auf dem der Fernsehturm steht. Hier kann man sehen, wie die Leute früher gelebt und gearbeitet haben. Man kann auch sehr viel selbst machen. Masken bemalen, Kalligraphiekurse machen, auf traditionelle Weise Papier schöpfen, Laternen basteln, Hanbok (die koreanische "Tracht") anprobieren, Tee trinken und sogar traditionell koreanisch heiraten. Des Weiteren gibt es unterschiedliche Vorführungen unter Anderem von Tanz-, Musik-, und Taekwondo-Gruppen. Als wir ankamen hat grad eine Tanzgruppe zum neuen Tophit Bar Bar Bar von Crayon Pop getanzt. Der komische Hüpftanz ist hier in Korea gerade dabei Psys Gangnam Style den Rang abzulaufen. Im Internet findet man schon massig Parodien dazu.



Man kann ja davon halten was man mag, aber ich frage mich gerade ob das, was aus Europa als Ersatz für den Gangnam Style kommt viel besser ist? Aber urteilt selbst.



Nicht nur der Blick aus dem Dorf auf den Fernsehturm verbindet Altes und Neues. In dem anliegenden Park wurde 1994, dem 600sten Jahrestag Seouls als Hauptstadt Koreas, eine Zeitkapsel vergraben. In ihr befinden sich 600 repräsentative Kulturgüter. Nach 1000 Jahren, also 2394. soll die Kapsel wieder geöffnet werden.
Im Teehaus haben wir uns noch eine kleine Pause gegönnt. Nachdem wir uns noch eine traditionelle Tanzvorführung angeschaut haben, ging es Richtung Myeongdong. Hier steht eine der ältesten und größten katholischen Kirchen Koreas, in der sogar gerade eine Hochzeit stattfand. So langsam wurden wir auch richtig hungrig und haben uns in Myeongdong ein Restaurant gesucht. Danach ging es weiter durch das Viertel. Hier findet man alles Mögliche. Aber vor allem Kitschiges.
Während die Anderen direkt nach Hause gefahren sind, hat es Phillip und mich noch zur Banpo-Brücke gezogen. Hier kann man das längste Brückenwasserspiel der Welt bewundern. Auf der Brücke sind bewegliche Wasserfontänen angebracht, die Wasser von der Brücke in den Hangang spritzen. Nachts werden die tanzenden Fontänen mit wechselnden, farbigen Lichtern beleuchtet. Dies erweckt den Eindruck eines Regenbogens. Dazu wird über Lautsprecher Musik eingespielt.

2013-09-07 Myeongdong

Never say no to Panda!

Hallo! Ja, hier drüben! Der kleine aus der Ferne winkende Knubbel.
Ich bin es mal wieder mit ein paar Impressionen aus Seoul.


Die Tage war ich abends nochmal kurz in der Stadt.
Einfach immer den bunten Lichter nach, dann findet man schon was Besonderes.


Alles banale und lebensnotwendige kann man ja notfalls in der Subway Station einkaufen. An viele Säulen oder Bildschirmen sind Bilder von Lebensmitteln und anderen Dingen zu finden. Darunter je ein QR-Code. Den kann man mit seinem Smartphone einscannen, die gewünschte Anzahl angeben und kriegt die bestellten Artikel dann nach Hause geliefert.


Ich habe aber eher nach anderen Dingen gesucht.
So habe ich nun endlich einen neuen Zahnbürstenhalter ergattert.


Naja, und wie heißt es noch so schön:
Never say no to Panda!



Da durfte ich also bei der Schlafbrille gar nicht nein sagen.


Freitag, 6. September 2013

Andere Länder, andere...Läufer

Motiviert von den kleinen Fettknubbeltierchen der letzten Posts, bin ich gestern Abend direkt mal eine Runde joggen gegangen. In unserem Viertel fließt ein kleiner Fluss. Die Uferwege sind beleuchtet und auch spät abends noch gut besucht. Viele machen hier Picknick, Kinder spielen am Fluss, man kann Basketball und Federball spielen oder die öffentlichen Fitnessgeräte nutzen. Ja, hier stehen überall festinstallierte Fitnessgeräte rum, die auch von den gesundheitsbewussten Koreanern ausgiebig genutzt werden. (Ich werde demnächst mal ein paar Bilder davon machen)  Weiter runter den Fluss war eine kleine Plattform, auf der eine Dame mit Mikro Übungen vorgemacht hat. Diese wurden dann von geschätzten 40 Koreanern (vorwiegend ältere Damen) nachgemacht. Radfahrer gibt es hier generell sehr wenige, aber ein paar "Läufer". Allerdings sieht das hier etwas anders aus.
Der Laufstil der meisten Koreaner erinnert stark an Nordic Walking. Allerdings ohne Stöcke und deutlich langsamer. Die anderen Jogger sind oft auch nicht viel schneller unterwegs. Schließlich muss man ja unbedingt beim Laufen auf seinem Smartphone oder Tablet Fernseh gucken. Da kann man natürlich nemmer so schnell laufen. Tagsüber laufen viele Koreaner, vorwiegend weiblichen Geschlechts, mit offenem Regenschirm. Nicht etwa weil es regnet oder regnen könnte. Nein, als Sonnenschutz. In Korea gilt es als hübsch, möglichst blass zu sein. Daher enthalten hier Make-up und Sonnencreme auch Bleichmittel. Und da man eh langsam läuft, kommt es auch vor, dass manch einer einfach in Flip Flops laufen geht. 
Koreaner sind ja allgemein ziemlich lauffaul. Da wird auch für ein Stockwerk lieber fünf Minuten auf den Aufzug gewartet. So wurde ich nur ungläubig angeguckt, als ich heute beim Mittagessen erzahlt habe, dass ich gestern sechs Kilometer gelaufen sei. Noch ungläubiger als ich meinte, dass ich normal fast doppelt so weit laufe.

Da ich gerade schon bei kulturellen Unterschieden bin, will ich auch gerade von meinen Erfahrungen mit bunten Haaren in Korea berichten. Koreaner haben alle schwarze Haare. Ein paar ganz wenige versuchen sich den westlichen Idealen anzupassen und färben sich die Haare heller. Meist endet das in einem Braunton. Ganz selten sieht man etwas, dass man als blond bezeichnen kann. Das war es mit Farben.
In Deutschland gilt es als normal sich blond, braun, rot oder so zu färben. Auffälligere Farben, wie etwa Blau, sind schon eher selten. Schon in Deutschland wird man da manchmal etwas schief angeguckt. Den meisten ist es jedoch egal.
In Korea fällt man damit natürlich noch mehr auf. Wie ungewöhnlich das hier ist, zeigt ein Gespräch mit einem Koreaner. Der hatte mir nach kurzer Zeit gestanden, dass er anfangs tatsächlich geglaubt hat, dass mir blaues Haar wächst. Die einzige 'negative' Reaktion bisher war eine ältere Dame, die spontan die Straßenseite gewechselt hat. Meine Vermieterin hingegen war total begeistert. Sie meinte, dass das Blau perfekt zu meinen Augen passt und hat gefragt, ob sie das Haar einmal anfassen darf. Die Koreaner an der Uni sind auch relativ westlich eingestellt und haben damit kein Problem. Selbst die Professoren nicht. Für die meisten Jugendlichen ist es ebenfalls nichts besonderes. Kleine Kinder gucken einen meist mit offenem Mund staunend an, bis sie von ihrer Mutter weitergezogen werden. Ein Kind ist sogar fast gegen eine Laterne gerannt, weil es mir nachgucken musste. Koreaner sind generell sehr diskret und gucken einen nie direkt an. Man merkt aber schon, dass man mit bunten Haaren eher mal heimlich beobachtet wird.

Mittwoch, 4. September 2013

Hier kriegt wirklich jeder sein Fett weg.

Zu dem Spot gibt es noch zwei weitere Teile, die ich euch nicht vorenthalten will. Sie beschreiben das verzerrte Selbstbild vieler Koreaner leider recht gut. Hier gibt es auch unzählige Handy-Apps, die Fotos auf Knopfdruck automatisch 'verschönern'. Schlankere und längere Beine, längere Nase, größere Augen und so weiter. Außerdem sind Schönheits-OP-Apps auf dem Vormarsch. Apps mit denen man sein Wunschbild erstellen und damit direkt zum Schönheintschirurgen gehen kann. Laut The Economist ist Korea das Land mit den meisten Schönheitsops weltweit.