Freitag, 20. September 2013

Zutritt verboten

Heute haben wir uns noch einmal mit Go getroffen, der uns etwas durch die Stadt führen wollte. Erstes Ziel war der Kaiserpalast. Der Palast ist für die Öffentlichkeit leider unzugänglich und man kann nur einen sehr kleinen Teil des anliegenden Parks besuchen. Die Anlage selbst ist riesig und wir sind nur einen ganz kleinen Teil abgelaufen. Nach dem Mittagessen haben wir uns wieder aufgeteilt. Eine Gruppe ist heute in den Ueno-Park gefahren, eine andere in die Stadt zum shoppen und Julian und ich sind in einen anderen Teil der Stadt gefahren.
Zuerst waren wir am Hauptbahnhof. Dieser wurde erst kürzlich anhand alter Pläne restauriert. Die Vorderseite sieht nun aus wie das Originalgebäude von 1914, während dir Rückseite recht modern gestaltet ist. Unter dem Bahnhof ist eine riesige Einkaufspassage. Besonders interessant waren natürlich wieder die Kitschläden.
Abends bin ich dann noch nach Ginza gefahren. Das ist ein Einkaufsviertel der gehobeneren Klasse. Aber ich hatte ein festes Ziel vor Augen. Ich habe gelesen, dass es hier einen großen Spielzeugladen geben soll. Und ich habe ihn auch gefunden. Der Laden hatte nicht nur alles Mögliche und Unmögliche, sondern auch ein eigenes Restaurant und Kino in den oberen Stockwerken. Hier hätte man sich zu Tode kaufen können. Ich habe es dann aber doch bei Kleinigkeiten belassen.
Nachts haben wir uns dann alle wieder getroffen, um gemeinsam zum Abfahrtsort unseres Nachtbuses nach Kyoto zu fahren. Nun liegen acht Stunden Fahrt vor uns.

Donnerstag, 19. September 2013

Eine Seefahrt die ist lustig

Der heutige Tag begann etwas unspektakulär. Für unsere Reise nach Kyoto hatten wir Bustickets gebucht. Da zwischen An- und Abreise vier Tage liegen haben wir  ein Fünf-Tages-Ticket gekauft, was immernoch billiger war als zwei Einzeltickets. Vor Ort haben wir nun erfahren, dass es nicht Fünf-Tages-Tickets, sondern fünf Tages-Tickets sind. Wir können sie aber noch bis heute abend stornieren und ein Dreier-Ticket kaufen. Da aber das Internet in unserem Hostel so unvorstellbar langsam ist, sind wir hierfür in ein Manga und Internet-Café gegangen. Nun hatten wir nur noch ein paar Stunden Zeit bis zum nächsten Punkt auf unserem Tagesprogramm. Einer Bootstour. Ja, ich und ein Boot. Mir ist schon vorher schlecht. Aber zuvor haben wir uns aufgeteilt und unterschiedliche Dinge gemacht. Während die Anderen shoppen gegangen sind, hat es Elias und mich in den Ueno-Park gezogen. Hier findet man kleinere Tempel, Museen, einen Zoo mit Riesenpandas, ein Baseballfeld und viele Künstler zeigen ihr Können.
Später haben wir uns alle wieder zur Bootstour getroffen. Nein, das war nicht meine Idee. Ich habe mich auch lange dagegen gesträubt. Aber es war von der Planung her einfach sehr praktisch. Das Boot fuhr vor unserer Haustür ab und hat uns direkt auf die künstliche Insel Odaiba gefahren. Dort wollten wir bei Nacht mit dem Riesenrad fahren und einen Freund treffen. Also bin ich in dieses wackelige Folterwerkzeug gestiegen.
Endlich in Odaiba angekommen musste ich mich erstmal eine halbe Stunde auf den Boden setzen. Schiffe sind böse und gehören einfach verboten. Wenigstens hatten wir von der Anlegestelle aus einen schönen Blick auf die Rainbow Bridge und die Skyline, hinter der gerade die Sonne unterging. Mit etwas wackeligen Beinen ging es dann weiter Richtung Riesenrad, vorbei an einem Replikat der Freiheitsstatue. Als wir um die Ecke eines Einkaufscenter bogen, standen wir dann auf einmal vor einem riesigen Roboter. Einfach Klasse :)
Das Riesenrad Daikanransha ist mit 115 Metern das zweitgrößte Riesenrad der Welt. Es hat 64 Gondeln, vier davon sind Glasgondeln. Ist ja klar welche Gondel wir genommen haben. Leider war das "Glas" der Gondel schon eher Milchglas. Aber der Ausblick über Tokyo bei Nacht war trotzdem sehr schön. Zusammen mit Go, einem japanischem Studenten, der in Mainz studiert hat und nun in Kyoto studiert, ging es zurück aufs "Festland" zum Abendessen.
2013-09-19 Japan 3

Mittwoch, 18. September 2013

It's easy when you're small in Japan

Heute war unser erster kompletter Tag in Tokyo mit richtigem Programm. Um uns einmal auf die Größe der Stadt einzustimmen, ging es zu allererst zum Rathaus in Shinjuku. Hier kann man kostenlos zu zwei Aussichtspunkten in den beiden Türmen des 243 Meter hohen Gebäudes fahren. Der Fahrstuhl hat genau drei Stockwerke. 1, 2, 45. Der Ausblick war echt beeindruckend. Man konnte im Dunst sogar den Fuji erahnen. Von hier oben hatten wir auch einen guten Blick auf den Park des Meiji-Schreins, der unser nächstes Ziel werden sollte.
Auf dem Weg zum Rathaus stießen wir schon auf die erste Kuriosität hier in Tokyo. In der Stadt gibt es zwei unabhängige U-Bahn Netzbetreiber. Wenn man eine Karte für einen Betreiber kauft, kann man nur mit Bahnen dieses Betreibers fahren. Will man in beiden Netzen fahren, kann man aber auch ein Kombiticket kaufen. Zusätzlich fahren noch andere Züge zwischen den größeren Stationen. Alles erstmal etwas verwirrend. Des Weiteren sollte man hier nicht zu groß sein. Phillip muss hier in der U-Bahn oft den Kopf einziehen, um ihn sich nicht zu stoßen. Da bin ich ausnahmsweise froh, so ein Zwerg zu sein.
Als Nächstes sind wir zum Meiji-Schrein gefahren. Hierfür mussten wir dann ein Einzelticket kaufen, da diese Strecke über einen dritten Betreiber lief. Der Meiji-Schrein liegt in einem großen und sehr schönen Park. Er liegt direkt in Shibuya und neben einer sehr beliebten Einkaufsstraße, in die es uns nach dem Besuch des Schreins gezogen hat. Ein persönliches Highlight war das Kiddyland. Fünf Stockwerke voller Kitsch und Spielzeug (Video in Phillips Blog).
Am Abend sind wir noch nach Akihabara gefahren. Das ist das Elektronik und Manga-Viertel Tokyos. Hier kann man allerhand Technik kaufen und sich von verkleideten Mädels in Mangacafès ziehen lassen. Es blinkt an jeder Ecke, es gibt laute Spielhallen und unzählige Geschäfte, in denen man die abstrusesten Dinge kaufen kann.
2013-09-18 Japan 2

Dienstag, 17. September 2013

Haustempel mit Vergnügungspark

Zu acht ging es heute nach Japan. Wir sind gut in Tokyo gelandet und wollten uns prompt auf den Weg zum Hostel machen. Die Beschreibung welchen Zug wir nehmen müssen war allerdings mehr als uneindeutig. Die netten Japaner am Schalter haben uns aber sehr geholfen. So saßen wir also bald in irgendeinem Zug. Bis zum Ende blieben aber einige Restzweifel, ob wir tatsächlich im richtigen Zug sitzen, da alle Stationen die wir angefahren haben nicht auf der Karte verzeichnet waren. Wir sind aber tatsächlich in Asakusa angekommen.
Der Weg zu unserem Hostel führte uns mitten durch einen Markt und den Senso-ji. Das ist der älteste und bekannteste Tempel Tokios. Und unser Hostel ist direkt dahinter. Als Kontrast ist auf der anderen Straßenseite ein Vergnügungspark. Willkommen in Japan, dem Land der Kuriositäten.
Ebenfalls in unserem Viertel steht der Tokyo Sky Tree. Mit 634 Metern ist er der höchste Fernsehturm und das zweithöchste Bauwerk der Welt.
Nachdem wir uns kurz ausgeruht haben, sind wir noch eine Runde durch unser Viertel gelaufen. Eine fremde Kultur, bunte Märkte, ruhige Parks, laute Spielhallen, leckere Restaurants, neue Gerüche und interessante Menschen. Hier prallen an jeder Ecke Tradition und Moderne aufeinander. Allein dieser kleine Spaziergang hat unheimlich viel Lust auf die nächsten Tage des Abenteuers Japan gemacht.
Zwei Rituale möchte ich direkt erwähnen, da wir direkt darauf aufmerksam geworden sind und auch die nächsten Tage immer wieder darauf stoßen werden. Zuerst die Glückszettel. Nachdem man ein paar Yen bezahlt hat, schüttelt man eine Box und zieht einen Stab mit einer Zahl darauf aus der Box. Nun öffnet man das zu der Zahl gehörige Fach, in dem sich ein Zettel befindet. Auf dem Zettel steht, was das Schicksal für jemanden vorsieht. Ist man damit zufrieden, nimmt man den Zettel mit nach Hause. Ist man unzufrieden, kann man den Zettel anbinden, damit sich die Gottheit um das Unglück kümmert. Will man seinem Glück aktiver bestimmen, so kann man seine Wünsche auf eine kleine Holztafel schreiben und diese anbinden.
Auch das Beten folgt festen Regeln. Bevor man einen Tempel betritt, muss man seine Hände und den Mund an einem Brunnen reinigen. Oft stehen vor dem Tempel zusätzlich Schalen mit Räucherstäbchen, deren Rauch man sich zufächert. Im Tempel selbst steht eine große Box, in die man Geld wirft, bevor man betet. Nun muss man noch die Gottheit auf sich aufmerksam machen. Hierfür klatscht man in die Hände oder läutet eine Glocke. Dann wird sich noch verbeugt und gehofft, dass die Gebete erhört wurden.
Abends waren wir noch mit Mami, einer japanischen Freundin von Julian, essen. Bevor es nun erste Bilder gibt, möchte ich noch auf den Blog meines Reisegenossens Phillip verweisen. Unter http://piatsnu.wordpress.com/ (Der Link ist auch oben rechts in der Link Liste) kann man seinen Korea-Aufenthalt verfolgen.
2013-09-17 Japan 1

Und Pinguine können doch fliegen

Diese Woche wird in Korea Chuseok (추석, Herbstabend) gefeiert. Das ist das koreanische Erntedankfest und einer der höchsten Feiertage hier. Es hat wohl etwa den Stellenwert wie bei uns Weihnachten. Die Familie kommt zusammen, es wird viel zu viel gegessen (was angeblich das Wichtigste an Chuseok ist), die Kinder singen Lieder und es gibt auch eine Art Weihnachtsgeld. Es ist ein reines Familienfest und alle Koreaner fahren nach Hause zu ihren Eltern oder Großeltern, die meist außerhalb Seouls leben. Das führt zu einer sehr bizarren Situation hier in Seoul. Denn in dieser Woche ist die Stadt quasi ausgestorben.
Nach Aussage der Koreaner ist das Interessanteste, was es hier in der Zeit zu sehen gibt, eine Menge geschlossener Geschäfte und Restaurants. Das gibt es hier sonst nie. Normalerweise ist jeden Tag rund um die Uhr immer irgendwas offen. Im schlimmsten Fall findet man immer einen Mäces, Kentucky Fried Chicken oder zumindest einen Starbucks. Aber selbst die haben über die Feiertage dicht. Busse und Bahnen fahren ebenfalls nur sehr eingeschränkt.
Was soll man also in einer solch ausgestorbenen Stadt machen? Es wäre sicher perfekt für ein Endzeit-LARP. Aber wir sind dann doch dem Rat der Koreaner gefolgt, ebenfalls die Stadt zu verlassen. Nur wohin soll man bloß fliehen? Und was hat das überhaupt mit Pinguinen zu tun?
Pororo, der kleine Pinguin, ist eine hier sehr bekannte Comicfigur. Ich hatte hier schon des Öfteren Bilder von ihm gezeigt. Er trägt eine Fliegerbrille und -mütze weil er so gerne fliegen würde. Aber leider kann er es nicht. Oder etwa doch? (Den Link zu speziell dieser Folge habe ich übrigens von einem Koreaner aus meiner Arbeitsgruppe. Er meinte das sei seine Lieblingsfolge, da man von ihr sehr viel lernen könne. Soviel zum Thema Kinderserie.)


Und um aus Seoul zu fliehen, lernen wir nun auch das Fliegen. Allerdings nicht im Wasser. Heute Mittag geht es für eine Woche nach JAPAN! Erst werden wir drei Tage in Tokio sein und dann geht es nochmal für drei Tage nach Kyoto. Ich bin sehr gespannt auf das Land des Lächelns. Natürlich werde ich auch aus Japan berichten.

Montag, 16. September 2013

Die Welt ist bunt

Es soll ja Leute geben, die allergisch auf Farbstoffe reagieren.
In Deutschland wird sogar gerne mit dem Vermerk "Ohne Zusatz von künstlichen Farbstoffen" geworben.
In Korea werden bestimmt auch keinerlei Farbstoffe zugesetzt.
Nein nein nein. Das ist alles gaaanz natürlich so.


Als Ausgleich musste ich mir erstmal einen schwarzen Radiergummi kaufen.



Sonntag, 15. September 2013

To-to-ro Totoro

Heute war ich im Seoul Arts Center in eine Studio Ghibli Ausstellung. Das ist eins der bekanntesten Animefilmstudios der Welt. Am bekanntesten sind wohl Filme wie Mein Nachbar Totoro, Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss. Selbst wer diese Filme nicht kennt, dem ist wohl zumindest eine Produktion des Studios bekannt. Heidi, das Mädchen aus den Schweizer Bergen, ist eine japanische Produktion und stammt von den Studio Ghibli Zeichnern. Nicht nur zu Heidi, sondern zu allen Produktionen des Studios konnte man hier Skizzen betrachten und sehen, wie aus den Skizzen ein Film entsteht. Leider durfte man in der Ausstellung keine Bilder machen. Aber außerhalb gab es ein paar Möglichkeiten für nette Fotos. Der einzige Bereich in dem man fotografieren durfte war der letzte Raum. Hier konnte jeder kleine Aufkleber mit seiner Lieblingsfigur bemalen und diese an die Wand kleben. Wenn man sich lange genug angestellt hat, konnte man sich auf einen verzerrten Totoro legen. Aus dem richtigen Winkel fotografiert, sieht es dann so aus, als würde man auf seinem Bauch liegen. Mir war die Wartezeit aber eindeutig zu lang. 
Im Anschluss bin ich noch kurz nach Garosu-gil. Das ist eine Einkaufsstraße mit europäischem Flair. Viel Zeit hatte ich nicht, da ich mich mit Julian und Hun zum Abendessen verabredet hatte. Unser Insider Hun kannte sogar ein vegetarisches Restaurant ganz in der Nähe. Mit ein paar Schalen Makgeolli haben wir den Abend dann ausklingen lassen.
2013-09-15 Ghibli